Hamburg (er-)fahren!

 

„Warum fährst Du jedes Jahr bei der Sternfahrt mit, Kirsten?“ Meine Antwort ist einfach: bei der Sternfahrt entdecke ich immer wieder aufs Neue die wunderschöne Stadt Hamburg. Es ist die Perspektive, die mich begeistert. Und das Gemeinschaftsgefühl. Wir teilen an diesem Tag gut gelaunt und zusammen den Zauber, den Radfahren nun einmal hat.

 

Und diesen Zauber erlebe ich immer wieder, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin. Das Rad ist gerade im urbanen Bereich das wendigste, schnellste und komfortabelste Verkehrsmittel. Dies kommt meinem Unabhängigkeitssinn und meiner Freiheitsliebe zu Gute. Außerdem würde ich ohne Fahrrad im Leben nicht pünktlich von einem Termin zum anderen in der Innenstadt kommen. Auf meinen Wegen bekomme ich den Kopf frei und stelle mich auf die nächsten Begegnungen ein.

 

Aber klar, es gibt noch viel zu tun. Das weiß ich und das haben auch die Ergebnisse des letzten Fahrradklimatests gezeigt. Seit 2016 arbeiten alle Partner des Bündnisses für den Radverkehr daran, den Radverkehr voranzubringen und dem Rad mehr Platz zu geben. Manchen geht es zu langsam, anderen ist es zu wenig. Aber bleiben wir realistisch: mitten in der bebauten Stadt geht es an kaum einer Stelle „mal eben so“. Wir lernen auch stets dazu, was gut funktioniert und was nicht, wenn der Straßenraum neu verteilt wird. Aber – und darauf bin ich stolz – wir haben einen langen Atem und lassen uns nicht von unserem Weg abbringen, denn es geht um die Lebensqualität in dieser Stadt und gute Mobilitätsangebote: das Radverkehrsnetz wächst und wird immer enger. In 2019 werden Abschnitte der Velorouten 1 (Fahrradstraße Chemnitzstraße), Veloroute 3 (Rothenbaumchaussee bis Schlüterstraße), Veloroute 5 (Ballindamm und Pergolenviertel), Veloroute 7 (Steindamm) und Veloroute 13 (Holstenplatz bis Alsenstraße) in Bau gehen bzw. fertiggestellt.

 

Ich freue mich, dass mir immer mehr Menschen berichten, dass sie Radfahren in Ihren Alltag integrieren, um sich zwischen Beruf und Familienleben sportlich zu betätigen. Sie fahren nun mit dem Fahrrad ins Büro und genießen das Geräusch der surrenden Kette und den besonderen Blick auf die Stadt. Auf dem Weg erledigen sie ihre Einkäufe – ganz ohne Parkplatzsuche oder anonymes Geklicke im Internet. Als Radler stoppen sie entspannt bei ihrem Lieblingsbuchladen, dem Supermarkt oder der Post. Sie kennen die Verkäufer, wechseln auch mal ein freundliches Wort und ein Lächeln – so viel Zeit muss sein.

 

Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die die Sternfahr Jahr für Jahr möglich machen. Ich freue mich auf die Tour mit Euch!

 

 

Eure Kirsten Pfaue